*
Menu
slideshow_top
Weltmeisterschaften im Schwimmen der Masters am Balaton
12.08.2017 17:01 (199 x gelesen)

Balatonfüred die Stadt am ungarischen Plattensee war für 3 Tage die Hauptstadt der Freiwasserschwimmer.

Auch ein Aalener Delphin mischte sich unter die mehr als 3500 Athleten.

In diesen Tagen ist Budapest der offizielle Austragungsort der Weltmeisterschaften im Schwimmen der Masters, also für alle Sportlerinnen und Sportler die 25 Jahre oder älter sind.  Vor beeindruckender Kulisse tummelten sich die Sportler sämtlicher Nationen, um ihre Meisterschaften auszutragen. In Budapest selbst finden derzeit die Beckenwettkämpfe auf einer 50m  Bahn statt, im gut 140km entfernten Plattensee die Freiwasserwettkämpfe im offenen Gewässer. Knapp 1200 Athleten sprangen in Balatonfüred in den Plattensee, um über 3km Medaillen zu erringen.

Unter den Athleten war auch der Aalener Schwimmer Alexander Jung vom Schwimmclub Delphin Aalen. Bei seinen ersten Weltmeisterschaften hatte sich Alexander eines vorgenommen:

,,Ich werde alles geben und von Beginn an so viel wie möglich Druck machen. Ich habe nichts zu verlieren und werde vor allem die ganz besondere Atmosphäre dieses Events aufsaugen. Der Wettkampf wird hart werden und die Konkurrenz stark sein".



Er sollte recht behalten, denn nach zweimaligem Verschieben und neuem Starttermin präsentierte sich der Plattensee sonnig und warm, aber äußerst wellig. Zuvor sollte der Wettkampf verschoben werden, da für Samstag heftiger Wind und Böen von bis zu 65 km/h prognostiziert wurden. Da allerdings einige Nationen am alternativen Starttermin nicht anwesend sein konnten, wurde schlussendlich doch am Samstag bei eben starkem Wellengang gestartet.

Die Sportlerinnen und Sportler hatten demnach nicht nur gegeneinander, sondern auch gegen die Strömung zu kämpfen.
"Das Rennen war äußerst hart und es gab nur einen kurzer Abschnitt von ca. 200m, in welchem man von den Wellen etwas getragen wurde. Ansonsten schlug einem ständig Wasser ins Gesicht und der Körper wurde von den Wellen hin und her bewegt" berichtet Alexander. "Eigentlich bin ich ein alter Hase im Wettkampfsport, aber diesesmal war ich schon ziemlich nervös", gibt der schwimmende Trainer des SC Delphin offen zu. "Es ist etwas ganz anderes, ob du bei den Württembergischen oder den Weltmeisterschaften schwimmen darfst".

Dies bekamen die Zuschauer auf den gut besetzten Rängen nicht mit. Mit einem fulminanten Start sicherte sich Alexander eine hervorragende Ausgangsposition und ging als Vierter auf die ersten 400m. "Das Tempo war von Beginn an extrem hoch und ich musste Vollgas schwimmen, um nicht abreißen zu lassen". Nach einer erneuten Tempoverschärfung fiel das kleine Spitzenfeld von zehn Mann auseinander und es klafften große Lücken zwischen den einzelnen Sportlern. Der starke Wellengang verhinderte ohnehin das Windschattenschwimmen. In der Gewissheit relativ weit vorne zu sein, kämpfte sich der Aalener Sportler durch das tobende Wasser. "Wer bei einer Weltmeisterschaft nicht an seine Schmerzgrenze geht und versucht sich darüber hinaus zu quälen, hat nichts zu gewinnen".

In dieser Manier schwamm Alexander Zug um Zug und lies allmählich seine Verfolger hinter sich. Nach harten 40:01,20 Minuten schlug er völlig ausgepumpt, aber überglücklich und zufrieden als Siebter seines Laufes im Ziel mit der zwanzig besten Zeit in der Gesamtwertung an. "Es ist etwas ganz Besonderes, wenn dein Name auf der großen Videowall mit der Zeit und dem Zieleinlauf steht", meint Alexander. "Besonders gefreut hat mich, dass so viele meiner Schwimmer/innen das Rennen live im Internet verfolgt haben und ihrem Trainer die Daumen drückten.  Ich werde versuchen einen Teil zurückzugeben und meine Schwimmer/innen zu motivieren, damit diese ähnliche Atmosphären bei großen Wettkämpfen erleben dürfen. Jetzt werde ich erst einmal ein paar Tage Urlaub machen, um anschließend mit dem SC Delphin Aalen in eine erfolgreiche Wintersaison zu starten."


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail