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int. BaWü Meisterschaften im Freiwasserschwimmen
25.06.2017 18:00 (163 x gelesen)

Internationale Baden-Württembergische Meisterschaften im Freiwasserschwimmen

5km Schmetterling im Heddesheimer Badesee…

… waren es am Ende doch nicht ganz. Der Kommentator im Zielbereich formulierte es treffend: ,,Ein seltenes Bild, aber ganz nach dem Namen des Vereins schwimmt die Startnummer 20, Alexander Jung vom Schwimmclub Delphin Aalen mit Delphinzügen (Schmetterling) ins Ziel.

Der schwimmende Trainer Alexander ließ es sich nicht nehmen, trotz schwerer Armen und völlig ausgepumpt am Ende eines überaus erfolgreichen Wettkampfwochenendes mit zwei Goldmedaillen die letzten 5 Züge in Schmetterling anstatt in Kraul zu absolvieren.

Vorausgegangen waren packende Rennen und Duelle über 5 und 2,5 km mit jeweils strahlenden Siegern. Bereits am Freitagnachmittag reiste der Großteil des 6-köpfigen Teams des SC Delphin Aalen nach Heddesheim, nähe Heidelberg um bei den diesjährigen Int. Baden-Württembergischen Meisterschaften im Freiwasser teilzunehmen.



Wer nun glaubt, man könne Freiwasserschwimmen mit Schwimmen im Becken und dem ständig klaren Blick zum Beckenboden oder dem Beckenrand vergleichen, täuscht sich. Das Schwimmen in offenen Gewässern oder wie am Wochenende im Badesee hat seine ganz eigenen Gesetze. So ist nicht nur die Streckenlänge von 5 bzw. 2,5km, sondern auch die Orientierung auf der Strecke und das Durchsetzen am Start eine ganz besondere Herausforderung für alle Athleten. In einem Massenstart peitschen die Schwimmer nach dem Startsignal los und bringen das Wasser regelrecht zum Kochen. Dann heißt es sich zu sortieren und einzuordnen, Übersicht zu behalten und ab geht’s Richtung erste Markierungsboje. Dabei musste ein Dreieckskurs von 1250m jeweils 4- bzw. 2-mal geschwommen werden. Die Sportler wurden hierbei von den zahlreichen Zuschauern und Betreuern entsprechend frenetisch angefeuert und im Ziel bejubelt.

Den Auftakt aus Sicht der Aalener Delphine machten über 5km Alexander Jung und Lucas Seibold. Neben dem inzwischen erfahrenen Freiwasserschwimmer Alexander war es für Lucas sein erster Wettkampf dieser Art. Mehr als nur zufrieden war er über seine Leistung nach dem Zielanschlag. Mit einer konstanten Rundenzeit platzierte sich der Debütant mit 1h17min06s im Mittelfeld aller gestarteten Teilnehmer. Besonders groß war dann die Freude in der Jahrgangswertung, den mehr als verdienten 5. Platz errungen zu haben. Der erfolgreichen Erstteilnahme werden bestimmt noch weitere Starts von Lucas im Freiwasser folgen.

 

Altmeister Jung präsentierte sich gleich am ersten Wettkampftag bärenstark. Mit einer Medallie hatte er sicherlich angesichst seiner auf das Freiwasserschwimmen fokussierten Trainingseinheiten in den Pfingstferien geliebeugelt. Der Sprung ganz nach oben schien jedoch nicht realisierbar zu sein. Hatte sich doch kein Geringerer als der ehemalige 2-fache Deutsche Freiwassermeister und Nationalmannschaftsangehörige Benjamin Konschak von der Ti Berlin angemeldet. Alexander setzte sich nach einem fulminaten Start in der Spitzengruppe fest und ging in die erste Runde. Nach ein paar hundert Meter der Orientierung schwammen die beiden Kontrahenten dicht nebeneinander. Alexander merkte, dass heute sein Tag war und ging aufs Ganze. Er focierte sein Tempo und konnte sich absetzen. Nach 4 Runden und 5km in den Armen schlug der Trainer des SCD Aalen als Sieger in der AK 30 mit 1h06m56s in neuer Bestzeit an. Tags darauf ging es mit etwas Laktat in den Armen auf die halbe Distanz. Auch hier führte kein Weg an Alexander vorbei und er sicherte sich in 33:48,75 soverän den Baden-Württembergischen Titel Nummer zwei. Ein kleiner Wehrmutstropfen blieb allerdings zurück. Alexander selbst hatte nicht mit einer derartigen Leistung gerechnet und daher auf die bevorstehenden Deutschen Meisterschaften in Magdeburg verzichtet. Seine beiden Zeiten aus Heddesheim hätten ihn in der Altersklasse 30 zum Top-Favoriten mit der schnellsten Meldezeit und Medallienkandidaten gemacht. Nun heißt es aber weiter trainieren. In knapp 2 Monaten startet Alexander bei den Weltmeisterschaften in Ungarn und ist nach dem positiven Abschneiden sehr optimistisch.

Komplementiert wurden die männlichen Starter durch Florian Bopp. Das Nachwuchstalent wagte sich wie bereits im Vorjahr auf die 2500m. Dabei ging Florian sein Rennen taktisch klug an und teilte sich seine Kräfte perfekt ein. Bevor es auf die letzte Runde ging, setzte er sich von seiner Gruppe ab und kam als Elfter in 46:52,06 ins Ziel.

Die Farben des SC Delphin aus weiblicher Sicht hielten Alisa Schäfauer, Marianna Bopp und Julia Funk, alle Jahrgang 2002, hoch. Für Julia war es der erste Start in einem Freiwasserrennen. Dies erfordert besonders von eigentlich im Becken trainierenden Sportlern eine gewisse Überwindung. Julia meisterte diese Aufgabe mit Bravur und überquerte in 45:01,00 als 9. die Ziellinie.

Als Wiederholungstäterin könnte man Marianna Bopp bezeichnen. Bereits in den vergangenen Jahren trat die Kraulspezialistin im offenen Gewässer gegen ihre Konkurenz an. In der ersten Runde konnte sie sich in einer Dreiergruppe festsetzen. Nach 41:13,96 erreichte sie als 7. Platzierte das Ziel.

Kurz zuvor hatte ihre Vereinskamaradin Alisa Schäffauer angeschlagen. Alisa erreichte in 40:31,64 dem 6. Platz und verbesserte sich deutlich gegenüber ihrer Zeit aus dem Vorjahr. Ihre Taktik war offensiv aufgelegt und Alisa attakierte gleich von Beginn an. Sie konnte sich im Verfolgerfeld der Spitzengruppen aller gestarteten Teilnehmerinnen festsetzen und zeigte ihren Kampfgeist.

An diesem Wochenende wurden allen teilnehmenden Sportlern und Betreuer abermals klar, dass Schwimmen mehr als nur Kachel zählen im Hallen- oder Freibad ist. Schwimmen ist ein Sport voller Emotionen, persönlichen Erfolgen und vorallem eine Sportart die tierisch Spaß macht. Dies ist dem Trainerteam des SC Delphin Aalen besonders wichtig, wenn es darum geht, die Sportler auf ihrem Weg zu begleiten.


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